Glossar · Druck & Material
Sublimationsdruck
Kurzdefinition
Beim Sublimationsdruck wird Farbstoff unter Hitze direkt vom festen in den gasförmigen Zustand überführt. Als Gas dringt er in die Oberfläche von Polyester oder polymerbeschichtetem Material ein und verfestigt sich darin. Der Druck liegt nicht auf dem Material, sondern im Material – er kann nicht abplatzen.
| Prinzip | Farbstoff wird gasförmig und dringt ein |
|---|---|
| Temperatur | etwa 180–200 °C |
| Funktioniert auf | Polyester, beschichtetes Aluminium, Keramik |
| Funktioniert nicht auf | Baumwolle, unbeschichtetes Metall |
| Oberfläche | keine fühlbare Schicht |
| Abrieb | praktisch keiner |
| Farbmittel | Farbstoff, kein Pigment |
Der Sprung über die Flüssigkeit
Sublimation heißt, dass ein Stoff direkt vom festen in den gasförmigen Zustand übergeht, ohne dazwischen flüssig zu werden. Trockeneis macht das, und bestimmte Farbstoffe tun es unter Hitze ebenfalls.
Beim Druck wird das Motiv zunächst spiegelverkehrt auf ein Transferpapier gedruckt. Dieses kommt unter eine beheizte Presse auf das Zielmaterial. Bei etwa 180 bis 200 Grad wird der Farbstoff gasförmig, gleichzeitig öffnen sich die Polymerketten des Polyesters – das Gas dringt ein. Beim Abkühlen schließen sich die Ketten wieder und schließen den Farbstoff ein.
Warum es nur auf Kunststoff geht
Der Farbstoff braucht Polymerketten, in die er hineinschlüpfen kann. Baumwolle hat sie nicht – ein Sublimationsdruck auf Baumwolle würde beim ersten Waschen verschwinden. Deshalb funktioniert das Verfahren nur auf Polyester oder auf Materialien, die mit einer Polymerschicht überzogen sind.
Genau so entstehen Sublimationsbilder auf Aluminium: Die Platte trägt eine dünne, weiße Polymerbeschichtung, in die der Farbstoff eindringt. Das Ergebnis ist außergewöhnlich brillant und völlig abriebfest – aber es ist Farbstoff, kein Pigment. Die Lichtechtheit erreicht die eines Pigmentdrucks nicht.
Das heißt für dein Wandbild
Sublimationsbilder auf Aluminium sehen spektakulär aus: leuchtend, tief, ohne jede fühlbare Schicht. In einem Raum ohne direkte Sonne halten sie viele Jahre.
Der Haken liegt im Farbmittel. Sublimationsfarbstoffe sind eben Farbstoffe – lichtempfindlicher als Pigmente. An einer Südwand ist das die falsche Wahl. Wenn dir ein Anbieter ein Aluminiumbild verkauft, frag, ob es sublimiert oder mit UV-Pigmenttinte direktbedruckt ist. Der Unterschied entscheidet über die Lebensdauer.
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Häufige Fragen
Was ist Sublimationsdruck?
Ein Verfahren, bei dem Farbstoff unter Hitze gasförmig wird und in Polyester oder eine Polymerbeschichtung eindringt. Der Druck sitzt im Material, nicht darauf.
Warum funktioniert Sublimation nicht auf Baumwolle?
Der Farbstoff braucht Polymerketten, in die er eindringen kann. Baumwolle hat keine – der Druck würde sich lösen.
Hält ein Sublimationsdruck lange?
Er ist völlig abriebfest, verwendet aber Farbstoff statt Pigment. Die Lichtechtheit liegt dadurch unter der eines Pigmentdrucks. In direkter Sonne verblasst er schneller.