Glossar · Druck & Material
Pigmenttinte
Kurzdefinition
Pigmenttinte enthält feste, mikroskopisch kleine Farbpartikel, die auf dem Bildträger aufliegen, statt in ihn einzudringen. Sie sind chemisch stabiler als gelöste Farbstoffe und widerstehen UV-Licht deutlich länger. Deshalb ist Pigmenttinte der Standard für Kunstdrucke, die Jahrzehnte überstehen sollen.
| Aufbau | feste Farbpartikel in Trägerflüssigkeit |
|---|---|
| Partikelgröße | im Nanometerbereich |
| Gegenstück | Farbstofftinte (gelöst) |
| Lichtechtheit | deutlich höher |
| Farbbrillanz | minimal geringer als Farbstoff |
| Wasserfestigkeit | hoch |
| Typisch für | Giclée, Fine Art Print, Museen |
Aufliegen statt eindringen
Der Unterschied klingt technisch, ist aber leicht zu verstehen. Farbstofftinte funktioniert wie Lebensmittelfarbe in Wasser: Der Farbstoff ist gelöst, dringt in die Fasern ein und färbt sie. Pigmenttinte funktioniert eher wie feiner Sand in Wasser – die Partikel schwimmen darin, setzen sich auf der Oberfläche ab und werden dort von einer Harzschicht eingekapselt.
Weil die Partikel als Ganzes erhalten bleiben, greift UV-Licht sie kaum an. Ein gelöster Farbstoff dagegen zerfällt Molekül für Molekül – man sieht es an alten Fotos und Plakaten, die ins Bläuliche oder Rötliche kippen, je nachdem welche Farbe zuerst nachgibt.
Der Preis der Haltbarkeit
Ganz umsonst gibt es das nicht. Pigmentpartikel streuen Licht stärker als gelöster Farbstoff, weshalb die Farben eine Spur weniger brillant wirken – besonders in tiefen, gesättigten Tönen. Moderne Tintensysteme gleichen das mit zusätzlichen Farbkanälen aus: Statt vier Prozessfarben arbeiten sie mit acht bis zwölf Tinten, darunter mehrere Graustufen und ergänzende Rot-, Grün- oder Orangetöne.
Der zweite Punkt ist der sogenannte Bronzing-Effekt: Bei sehr hohem Farbauftrag kann die Oberfläche in flachem Winkel metallisch schimmern. Aktuelle Tinten haben das weitgehend im Griff, aber auf hochglänzenden Trägern kann es noch auftreten. Auf Leinwand spielt es keine Rolle.
Das heißt für dein Wandbild
Für dich ist die Frage einfach: Willst du ein Bild, das in zwanzig Jahren noch so aussieht wie beim Kauf, führt kein Weg an Pigmenttinte vorbei. Der leichte Verlust an Brillanz fällt im direkten Vergleich kaum auf – ein ausgeblichenes Bild dagegen schon.
Frag im Zweifel konkret nach. Viele Shops schreiben von „hochwertigem Druck“ und „brillanten Farben“, ohne die Tinte zu nennen. Das ist kein Zufall. Wer Pigmenttinte einsetzt, sagt es in aller Regel dazu.
Verwandte Einträge
-
Glossar
Blauwollskala
Die Blauwollskala ist ein Referenzverfahren zur Bewertung von Lichtechtheit. …
-
Glossar
Farbstofftinte
Farbstofftinte enthält Farbstoff, der in der Trägerflüssigkeit vollständig …
-
Glossar
Fine Art Print
Fine Art Print ist ein Sammelbegriff für hochwertige Kunstdrucke aus dem …
-
Glossar
Giclée-Druck
Giclée-Druck ist ein hochauflösendes Tintenstrahlverfahren für …
-
Glossar
Lichtechtheit
Lichtechtheit beschreibt, wie gut eine Farbe dem Ausbleichen durch Licht …
-
Glossar
Sublimationsdruck
Beim Sublimationsdruck wird Farbstoff unter Hitze direkt vom festen in den …
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Pigment- und Farbstofftinte?
Pigmenttinte enthält feste Farbpartikel, die auf dem Material aufliegen. Farbstofftinte enthält gelösten Farbstoff, der ins Material eindringt. Pigment hält deutlich länger, Farbstoff wirkt eine Spur brillanter.
Bleicht Pigmenttinte aus?
Deutlich langsamer als Farbstofftinte, aber nicht gar nicht. Direkte Sonneneinstrahlung setzt jedem Druck zu. Der Aufhängeort ist am Ende genauso wichtig wie die Tinte.
Woran erkenne ich, ob Pigmenttinte verwendet wurde?
Ansehen kann man es einem frischen Druck kaum. Frag den Anbieter direkt nach dem Tintensystem und der Anzahl der Farbkanäle. Wer Pigmenttinte einsetzt, nennt sie in der Regel von selbst.
Pigmenttinte bei Canvarisma
Gedruckt und gespannt in Deutschland – auf Leinwand, Acrylglas oder Alu-Dibond.