Glossar · Druck & Material
Giclée-Druck
Kurzdefinition
Giclée-Druck ist ein hochauflösendes Tintenstrahlverfahren für Kunstreproduktionen. Pigmenttinten werden in feinsten Tröpfchen auf Leinwand oder Büttenpapier aufgetragen, ohne dass der Druckkopf den Bildträger berührt. Kennzeichnend sind ein sehr großer Farbraum, weiche Verläufe ohne sichtbares Raster und eine Haltbarkeit von mehreren Jahrzehnten. Museen und Galerien setzen das Verfahren für Editionen ein.
| Verfahren | Tintenstrahl, kontaktlos |
|---|---|
| Tinte | Pigmenttinte, 8–12 Kanäle |
| Auflösung | 1440–2880 dpi |
| Bildträger | Baumwollleinwand, Büttenpapier, Fine-Art-Papier |
| Haltbarkeit | mehrere Jahrzehnte, geschützt vor direkter Sonne |
| Herkunft | franz. „gicler“ – spritzen |
| Typisch für | limitierte Editionen, Reproduktionen, Fotokunst |
Wie das Verfahren funktioniert
Ein Giclée-Drucker arbeitet wie ein sehr präziser Tintenstrahldrucker – nur mit deutlich mehr Farbkanälen. Statt der vier Prozessfarben des klassischen CMYK-Drucks kommen acht bis zwölf Tinten zum Einsatz, darunter mehrere Grau- und Schwarzabstufungen sowie zusätzliche Rot-, Grün- oder Orangetöne. Der Farbraum, den das Gerät wiedergeben kann, wächst dadurch erheblich.
Die Tröpfchen sind so klein, dass sie mit bloßem Auge nicht als einzelne Punkte erkennbar sind. Es entsteht kein sichtbares Raster, wie man es vom Offsetdruck kennt – Farbverläufe wirken glatt und kontinuierlich. Der Druckkopf berührt den Bildträger dabei nie, weshalb auch strukturierte Leinwand oder raues Büttenpapier verarbeitet werden können.
Pigment statt Farbstoff
Der entscheidende Unterschied liegt in der Tinte. Übliche Tintenstrahldrucker nutzen Farbstofftinte: Der Farbstoff ist in der Flüssigkeit gelöst und dringt ins Material ein. Das ergibt brillante Farben, die aber unter UV-Licht relativ schnell verblassen.
Pigmenttinte arbeitet mit festen Farbpartikeln, die auf dem Bildträger aufliegen und dort eingekapselt werden. Diese Partikel sind chemisch stabiler. Das Ergebnis ist eine deutlich höhere Lichtechtheit – der Grund, warum Museen und Galerien auf dieses Verfahren setzen.
Das heißt für dein Wandbild
Wenn du ein Bild kaufst, das jahrzehntelang über dem Sofa hängen soll, ist die Tintenfrage wichtiger als die dpi-Zahl auf dem Datenblatt. Ein Druck mit 2880 dpi und Farbstofftinte hält weniger lang als einer mit 1440 dpi und Pigmenttinte.
Achte außerdem auf den Bildträger: Baumwollleinwand ab 340 g/m² ist stabiler und vergilbt langsamer als dünne Polyester-Ware. Und selbst der beste Giclée-Druck bleicht aus, wenn er direkt in der Mittagssonne hängt – der Aufhängeort entscheidet mit.
Vorsicht beim Etikett: „Giclée“ ist kein geschützter Begriff und keine Norm. Jeder darf ihn verwenden. Frag im Zweifel nach der Tinte, der Zahl der Farbkanäle und dem Bildträger – das sind die Angaben, die tatsächlich etwas aussagen.
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Häufige Fragen
Was bedeutet Giclée?
Der Begriff geht auf das französische Verb gicler zurück – spritzen oder sprühen. Er wurde Ende der 1980er Jahre geprägt, um Kunstdrucke aus dem Tintenstrahlverfahren vom Bürodruck abzugrenzen.
Wie lange hält ein Giclée-Druck?
Mit Pigmenttinten auf säurefreiem Bildträger sind bei normaler Innenbeleuchtung mehrere Jahrzehnte ohne sichtbaren Farbverlust realistisch. Direkte Sonneneinstrahlung verkürzt diese Zeit deutlich.
Was unterscheidet Giclée von einem normalen Fotodruck?
Mehr Tintenkanäle, Pigment- statt Farbstofftinte, Bildträger in Archivqualität. Das ergibt einen größeren Farbraum, feinere Verläufe und eine höhere Lichtechtheit.
Ist Giclée ein geschützter Begriff?
Nein. Es gibt keinen rechtlich definierten Standard. Entscheidend sind die eingesetzten Tinten, die Anzahl der Farbkanäle und der Bildträger – nicht die Bezeichnung.
Giclée bei Canvarisma
Unsere Leinwandbilder entstehen im Giclée-Verfahren mit Pigmenttinte auf Baumwollleinwand – gedruckt und gespannt in Deutschland.