Glossar · Druck & Material
Latexdruck
Kurzdefinition
Beim Latexdruck kommen wasserbasierte Tinten zum Einsatz, in denen Pigmente von winzigen Polymerpartikeln umschlossen sind. Beim Trocknen unter Hitze verschmelzen diese Partikel zu einem geschlossenen, elastischen Film. Der Druck ist geruchsneutral, wischfest und flexibel – typisch für Tapeten und großformatige Innenanwendungen.
| Tinte | wasserbasiert, mit Polymerpartikeln |
|---|---|
| Härtung | durch Hitze |
| Geruch | neutral nach dem Trocknen |
| Oberfläche | elastisch, wischfest |
| Typisch für | Tapeten, Fototapeten, Großformat |
| Lösungsmittel | keine aggressiven |
| Für Kunstdruck | möglich, aber nicht erste Wahl |
Wie der Film entsteht
Latex hat hier nichts mit Naturkautschuk zu tun. Gemeint ist eine Dispersion: winzige Polymerkügelchen, die in Wasser schwimmen und die Farbpigmente einschließen. Beim Druck landet diese Dispersion auf dem Material, das Wasser verdunstet unter Hitze, und die Kügelchen fließen zusammen.
Zurück bleibt ein durchgehender, elastischer Kunststofffilm mit den Pigmenten darin. Weil er elastisch ist, reißt er nicht, wenn das Material sich biegt – der Grund, warum sich das Verfahren für Tapeten durchgesetzt hat.
Stärken und Grenzen
Weil keine aggressiven Lösungsmittel im Spiel sind, riecht ein Latexdruck nach dem Aushärten nicht. In Innenräumen, Kitas und Krankenhäusern ist das der entscheidende Vorteil gegenüber lösemittelbasierten Verfahren.
Für den Kunstdruck bleibt er zweite Wahl. Der Farbraum ist kleiner als bei einem Fine-Art-Drucker mit acht bis zwölf Pigmenttinten, und die feinen Tonwertabstufungen erreicht er nicht. Für ein großflächiges Wandbild ist er brauchbar, für eine limitierte Edition nicht.
Das heißt für dein Wandbild
Latexdruck begegnet dir vor allem als Fototapete oder bei sehr großen, wandfüllenden Motiven. Dort spielt er seine Stärken aus: geruchsneutral, robust, abwischbar.
Bei einem Leinwandbild im klassischen Format hat er keinen Vorteil gegenüber dem Giclée-Verfahren – und einen Nachteil beim Farbraum. Wenn ein Anbieter Leinwand im Latexverfahren druckt, ist das meist eine Kostenentscheidung, keine Qualitätsentscheidung.
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Häufige Fragen
Was ist Latexdruck?
Ein Druckverfahren mit wasserbasierten Tinten, in denen Pigmente von Polymerpartikeln umschlossen sind. Unter Hitze verschmelzen sie zu einem elastischen Film.
Riecht ein Latexdruck?
Nach dem Aushärten nicht. Es sind keine aggressiven Lösungsmittel im Spiel – deshalb ist das Verfahren für Innenräume beliebt.
Eignet sich Latexdruck für Kunstdrucke?
Möglich, aber nicht erste Wahl. Der Farbraum ist kleiner als bei einem Fine-Art-Drucker mit Pigmenttinten, und feine Tonwertabstufungen leiden.