Canvarisma Kunstlexikon

Glossar · Druck & Material

Lichtechtheit

Kurzdefinition

Lichtechtheit beschreibt, wie gut eine Farbe dem Ausbleichen durch Licht widersteht. Gemessen wird sie auf der Blauwollskala von 1 bis 8, wobei jede Stufe etwa eine Verdopplung der Beständigkeit bedeutet. Entscheidend sind das Farbmittel, der Bildträger und vor allem der spätere Standort.

Auf einen Blick
SkalaBlauwollskala 1 bis 8
Stufensprungje Stufe etwa doppelte Beständigkeit
Stufe 1–3gering, für Innenräume knapp
Stufe 6–8hoch, museumstauglich
HaupttreiberUV-Anteil des Lichts
Beeinflusst durchTinte, Träger, Schutzschicht, Standort
Nicht dasselbe wieArchivfestigkeit

Was die Blauwollskala misst

Die Skala geht auf ein einfaches Referenzverfahren zurück: Acht blau gefärbte Wollstreifen mit bekannter, gestaffelter Lichtempfindlichkeit werden gemeinsam mit der zu prüfenden Farbe belichtet. Welcher Streifen ungefähr gleich schnell verblasst, gibt die Stufe an.

Wichtig ist die Logik dahinter: Die Skala ist nicht linear. Von Stufe 5 auf 6 verdoppelt sich die Beständigkeit ungefähr, von 6 auf 7 noch einmal. Der Unterschied zwischen Stufe 3 und Stufe 7 ist also gewaltig – nicht etwas mehr als doppelt, sondern etwa sechzehnfach.

Warum die Zahl allein nicht reicht

Lichtechtheit ist keine Eigenschaft des Bildes, sondern des Zusammenspiels. Dieselbe Pigmenttinte hält auf säurefreiem Baumwollpapier länger als auf säurehaltigem Karton, weil die Säure den Zerfall beschleunigt. Eine Schutzschicht oder ein UV-filterndes Glas verlängert die Zeit zusätzlich.

Und dann ist da der Standort. Ein Druck mit hoher Lichtechtheit, der zwei Stunden täglich direkte Mittagssonne abbekommt, verliert schneller als ein mittelmäßiger Druck im Nordzimmer. Kein Verfahren der Welt schlägt UV-Strahlung.

Das heißt für dein Wandbild

Praktisch heißt das: Hängt dein Bild an einer Wand, die direkte Sonne abbekommt, wirst du unabhängig vom Material einen Verlust sehen. Wenn du diese Wand nicht ändern kannst, nimm ein Bild mit UV-filternder Abdeckung – oder eines, bei dem ein Farbverlust weniger auffällt: Schwarz-Weiß und gedeckte Töne verzeihen mehr als knallige Farbflächen.

Für alle anderen Wände gilt: Pigmenttinte auf säurefreiem Träger reicht vollkommen. Du musst nicht in Museumstechnik investieren, um ein Bild zwanzig Jahre lang unverändert zu sehen.

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Häufige Fragen

Was bedeutet die Blauwollskala?

Sie misst Lichtechtheit auf einer Skala von 1 bis 8. Jede Stufe entspricht etwa einer Verdopplung der Beständigkeit. Stufe 6 bis 8 gilt als hoch und museumstauglich.

Was ist der Unterschied zu Archivfestigkeit?

Lichtechtheit betrifft nur das Ausbleichen durch Licht. Archivfestigkeit ist der weitere Begriff und schließt Säurefreiheit, Vergilbung und chemische Stabilität des Bildträgers mit ein.

Verblasst mein Bild auch ohne direkte Sonne?

Ja, aber sehr viel langsamer. Auch indirektes Tageslicht und Kunstlicht enthalten UV-Anteile. Bei Pigmenttinte auf gutem Träger sprechen wir von Jahrzehnten.