Glossar · Druck & Material
Siebdruck
Kurzdefinition
Beim Siebdruck wird Farbe mit einer Rakel durch ein feinmaschiges Gewebe gedrückt. Eine Schablone auf dem Sieb hält die Farbe dort zurück, wo nichts gedruckt werden soll. Jede Farbe braucht ein eigenes Sieb und einen eigenen Durchgang. Das Ergebnis sind flächige, deckende Farben mit harten Kanten.
| Prinzip | Farbe wird durch ein Sieb gedrückt |
|---|---|
| Werkzeug | Rakel |
| Pro Farbe | ein eigenes Sieb, ein eigener Durchgang |
| Farbauftrag | dick, deckend, flächig |
| Kanten | hart, ohne Verlauf |
| Auch bekannt als | Serigrafie |
| Prägend für | Pop Art |
Wie das Verfahren arbeitet
Über einen Rahmen wird ein feinmaschiges Gewebe gespannt. Auf dieses Sieb kommt eine Schablone, die alle Stellen abdeckt, an denen keine Farbe hindurchsoll. Anschließend wird Farbe auf das Sieb gegeben und mit einer Gummirakel darüber gezogen – durch die offenen Maschen gelangt sie auf das darunterliegende Material.
Weil jedes Sieb nur eine Farbe transportiert, braucht ein vierfarbiges Motiv vier Siebe und vier Durchgänge. Jeder Durchgang muss exakt zum vorherigen passen. Verrutscht ein Sieb um einen Millimeter, entstehen die typischen Farbversätze – die manche Künstler bewusst eingesetzt haben.
Warum die Pop Art ohne Siebdruck nicht denkbar wäre
Der Siebdruck ist ein industrielles Verfahren aus der Werbung und dem Textildruck. Genau das machte ihn für die Pop Art attraktiv: Sie wollte nicht malen wie ein Genie, sondern produzieren wie eine Fabrik.
Dazu kommt die Ästhetik. Flächige, ungemischte Farben mit harten Kanten – das ist keine Stilentscheidung des Künstlers, das ist die Handschrift des Verfahrens. Und die Serie ergibt sich von selbst: Wenn das Sieb einmal steht, kostet der zwanzigste Abzug kaum mehr als der erste. Nur die Farbe wechselt.
Das heißt für dein Wandbild
Ein echter Siebdruck ist etwas anderes als ein Digitaldruck, der wie einer aussieht. Du erkennst ihn an der fühlbaren Farbschicht: Die Farbe liegt spürbar auf dem Papier, an den Rändern gibt es eine minimale Kante. Ein Digitaldruck ist glatt.
Für Motive im Pop-Art-Stil ist der Digitaldruck trotzdem die praktikable Wahl – er erlaubt Verläufe, feine Details und individuelle Formate, die im Siebdruck nicht bezahlbar wären. Was du kaufst, ist dann eine Reproduktion der Siebdruck-Ästhetik, nicht das Verfahren selbst. Ehrliche Anbieter sagen das dazu.
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Häufige Fragen
Was ist Siebdruck?
Ein Druckverfahren, bei dem Farbe mit einer Rakel durch ein feinmaschiges Gewebe gedrückt wird. Eine Schablone hält die Farbe dort zurück, wo nichts gedruckt werden soll.
Warum braucht jede Farbe ein eigenes Sieb?
Weil ein Sieb nur eine Farbe transportiert. Ein vierfarbiges Motiv erfordert vier Siebe und vier exakt passende Durchgänge.
Woran erkenne ich einen echten Siebdruck?
An der fühlbaren Farbschicht. Die Farbe liegt spürbar auf dem Papier und bildet an den Rändern eine minimale Kante. Ein Digitaldruck ist glatt.
Was hat Siebdruck mit Pop Art zu tun?
Die Pop Art übernahm das industrielle Verfahren bewusst. Flächige Farben, harte Kanten und die Serie sind unmittelbare Folgen der Technik.
Pop Art bei Canvarisma
Eigenständige Motive im Pop-Art-Stil – als Digitaldruck auf Leinwand oder Acrylglas.