Glossar · Druck & Material
Offsetdruck
Kurzdefinition
Der Offsetdruck überträgt Farbe nicht direkt von der Druckplatte auf das Papier, sondern über ein Gummituch – daher der Name. Er beruht darauf, dass Fett und Wasser sich abstoßen, arbeitet mit Rasterpunkten und lohnt sich erst bei hohen Auflagen. Bücher, Zeitschriften und Plakate entstehen so.
| Prinzip | indirekte Übertragung über ein Gummituch |
|---|---|
| Grundlage | Fett und Wasser stoßen sich ab |
| Farbaufbau | Rasterpunkte in CMYK |
| Wirtschaftlich ab | mehreren hundert Exemplaren |
| Einzelstück | unwirtschaftlich |
| Typisch für | Bücher, Plakate, Verpackungen |
| Erkennbar an | Rasterpunkten unter der Lupe |
Warum der Umweg über das Gummituch
Auf der Druckplatte liegen die druckenden Stellen fettannehmend, die nicht druckenden wasserannehmend. Wird die Platte befeuchtet und dann eingefärbt, bleibt die fettige Farbe nur dort haften, wo kein Wasserfilm ist.
Von der Platte geht die Farbe zunächst auf ein Gummituch und erst von dort auf das Papier. Das Gummituch ist elastisch und schmiegt sich an – dadurch lassen sich auch raue Papiere sauber bedrucken, und die empfindliche Druckplatte nutzt sich langsamer ab.
Der Rasterpunkt
Der Offsetdruck kann pro Farbe nur drucken oder nicht drucken – eine halbe Farbmenge gibt es nicht. Halbtöne entstehen deshalb durch Rasterung: Winzige Punkte unterschiedlicher Größe erzeugen aus der Distanz den Eindruck einer durchgehenden Tonwertabstufung.
Genau dieses Raster wurde in der Pop Art zum Stilmittel. Roy Lichtenstein vergrößerte den Punkt, bis er sichtbar wurde – aus einem technischen Nebenprodukt des Zeitungsdrucks wurde ein Bildzeichen.
Das heißt für dein Wandbild
Für ein Wandbild spielt der Offsetdruck heute kaum eine Rolle. Die Einrichtung der Maschine ist so aufwendig, dass sich das erst bei mehreren hundert identischen Exemplaren rechnet. Ein einzelnes Bild in deinem Wunschformat druckt niemand im Offset.
Begegnen wird er dir bei günstigen Kunstpostern aus Massenauflagen – erkennbar am Raster, wenn du mit einer Lupe hinsiehst. Ein Giclée-Druck hat kein Raster. Das ist ein einfacher, verlässlicher Test.
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Häufige Fragen
Warum heißt es Offsetdruck?
Weil die Farbe nicht direkt von der Platte aufs Papier geht, sondern über ein Gummituch abgesetzt wird. Diese indirekte Übertragung gibt dem Verfahren den Namen.
Woran erkenne ich einen Offsetdruck?
An den Rasterpunkten. Unter einer Lupe lösen sich Flächen in regelmäßige Punkte auf. Ein Giclée-Druck zeigt kein Raster.
Ab welcher Auflage lohnt sich Offset?
Erst bei mehreren hundert identischen Exemplaren. Die Einrichtung der Maschine ist aufwendig, für Einzelstücke völlig unwirtschaftlich.