Canvarisma Kunstlexikon

Kunststile · Technik

Tempera

Kurzdefinition

Tempera ist eine Maltechnik, bei der die Pigmente in eine Emulsion gebunden sind – klassisch aus Eigelb, Wasser und einem Ölanteil. Sie trocknet schnell, wirkt matt und leuchtend zugleich und war vor der Ölmalerei die vorherrschende Technik Europas.

Auf einen Blick
BindemittelEmulsion, klassisch Eigelb
Trocknungschnell, in Minuten
Oberflächematt, leicht seidig
Farbwirkunghell, klar, leuchtend
Übergängeschwierig, meist durch Schraffur
Haltbarkeitaußerordentlich hoch
Verdrängt durchdie Ölmalerei ab dem 15. Jahrhundert

Warum ausgerechnet Ei

Eigelb ist eine natürliche Emulsion: Es enthält Wasser und Fett zugleich und kann beides binden. Damit lässt sich ein Pigment sowohl anrühren als auch nach dem Trocknen wasserfest fixieren – genau das, was ein Bindemittel leisten muss.

Und es ist stabil. Temperabilder aus dem 13. Jahrhundert leuchten heute noch, während viele Ölgemälde aus dem 18. nachgedunkelt sind. Das Ei war keine Notlösung – es war eine ausgezeichnete Wahl.

Warum das Öl gewann

Tempera trocknet schnell, und das ist ihre Grenze. Ein weicher Übergang von Hell nach Dunkel lässt sich kaum malen – man muss ihn aus vielen feinen Strichen aufbauen, wie eine Schraffur.

Die Ölmalerei konnte das mühelos. Sie erlaubte weiche Modellierung, Lasuren, sattes Dunkel. Ab dem 15. Jahrhundert setzte sie sich deshalb durch – nicht weil sie haltbarer war, sondern weil sie mehr erlaubte.

Das heißt für dein Wandbild

Temperabilder – Ikonen, mittelalterliche Tafeln, frühe Renaissance – sind farblich klar und hell, oft mit Goldgrund. Sie drucken sich sehr gut, weil sie kaum Glanz und keine Lasurtiefe haben.

Der Goldgrund ist die Herausforderung. Blattgold reflektiert gerichtet und lebt vom Winkel; im Flachdruck wird es zu einem gelben Fleck. Ein Acrylglasbild mit Blattgold kommt der Wirkung deutlich näher.

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Häufige Fragen

Was ist Tempera?

Eine Maltechnik mit Pigmenten in einer Emulsion, klassisch aus Eigelb, Wasser und Öl. Sie war vor der Ölmalerei die vorherrschende Technik Europas.

Warum verdrängte Öl die Tempera?

Weil Öl langsam trocknet und dadurch weiche Übergänge und Lasuren erlaubt. Tempera trocknet zu schnell für weiche Modellierung.

Wie haltbar ist Tempera?

Außerordentlich. Temperabilder aus dem 13. Jahrhundert leuchten heute noch, während viele spätere Ölgemälde nachgedunkelt sind.

Tempera bei Canvarisma

Gedruckt und gespannt in Deutschland – auf Leinwand, Acrylglas oder Alu-Dibond.

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