Canvarisma Kunstlexikon

Kunststile · Technik

Ölmalerei

Kurzdefinition

Bei der Ölmalerei sind die Pigmente in ein trocknendes Öl gebunden, meist Leinöl. Die Farbe trocknet über Tage statt Minuten. Daraus ergeben sich die Stärken der Technik: weiche Übergänge, Lasuren, Korrekturen – und ein Farbauftrag, der von hauchdünn bis reliefartig reichen kann.

Auf einen Blick
Bindemitteltrocknendes Öl, meist Leinöl
TrocknungTage bis Wochen
Stärkeweiche Übergänge, Lasuren, Korrigierbarkeit
Auftragvon lasierend bis pastos
Regelfett über mager
Alterungvergilbt leicht, dunkelt nach
Vorherrschend seitdem 15. Jahrhundert

Was langsames Trocknen erlaubt

Eine Farbe, die in Minuten trocknet, zwingt zu Entscheidungen. Öl tut das nicht. Solange die Farbe feucht ist – oft Tage – lässt sie sich verschieben, mischen, weich in die Nachbarfarbe überführen. Weiche Übergänge, wie sie ein Gesicht braucht, sind so überhaupt erst möglich.

Und man kann korrigieren. Wo Aquarell keinen Fehler verzeiht, lässt Öl sich abwischen, überarbeiten, überdecken. Ganze Bildschichten sind unter fertigen Gemälden verborgen – Röntgenaufnahmen machen sie sichtbar.

Die Lasur

Eine Lasur ist eine hauchdünne, durchscheinende Farbschicht über einer bereits getrockneten. Das Licht tritt durch sie hindurch, wird von der Schicht darunter zurückgeworfen und tritt wieder aus – auf dem Weg zweimal eingefärbt.

Das Ergebnis ist eine Tiefe, die durch Mischen auf der Palette nicht zu erreichen ist. Alte Meister bauten ihre Bilder aus zehn und mehr solcher Schichten auf. Genau diese Tiefe ist es, die im Druck am schwersten wiederzugeben ist.

Das heißt für dein Wandbild

Ölgemälde sind die anspruchsvollsten Motive für einen Kunstdruck. Sie leben von zwei Dingen, die ein Druck von Natur aus nicht hat: der Tiefe durch übereinanderliegende Lasuren und dem Relief des pastosen Farbauftrags.

Was hilft: strukturierte Baumwollleinwand für die Oberfläche, ein großer Farbraum für die Tiefe, und ausreichend Format. Ein Ölgemälde in 40 × 30 Zentimetern verliert genau das, was es ausmacht.

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Häufige Fragen

Warum trocknet Ölfarbe so langsam?

Weil das Bindemittel ein trocknendes Öl ist, das durch Oxidation aushärtet – ein Vorgang, der Tage bis Wochen dauert. Genau das erlaubt weiche Übergänge und Korrekturen.

Was ist eine Lasur?

Eine hauchdünne, durchscheinende Farbschicht über einer getrockneten. Das Licht wird zweimal eingefärbt – daraus entsteht eine Tiefe, die Mischen nicht erreicht.

Warum sind Ölgemälde schwer zu drucken?

Weil sie von Lasurtiefe und Farbrelief leben – beides hat ein Druck nicht. Strukturierte Leinwand und ein großes Format gleichen es teilweise aus.

Ölmalerei bei Canvarisma

Gedruckt und gespannt in Deutschland – auf Leinwand, Acrylglas oder Alu-Dibond.

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