Canvarisma Kunstlexikon

Glossar · Farbe & Bildtechnik

Rasterung

Kurzdefinition

Ein Druckwerk kann an einer Stelle Farbe auftragen oder nicht – Zwischenstufen gibt es nicht. Die Rasterung erzeugt Halbtöne, indem sie Punkte unterschiedlicher Größe in einem regelmäßigen Gitter anordnet. Aus der Distanz verschmelzen sie zu einem gleichmäßigen Ton.

Auf einen Blick
PrinzipPunkte unterschiedlicher Größe im Gitter
Große Punktedunkler Ton
Kleine Punkteheller Ton
Rasterwinkeljede Farbe unter anderem Winkel
Grund für Winkelverhindert Moiré
Typisch fürOffsetdruck, Zeitungsdruck
Stilmittel gewordenin der Pop Art

Warum die Punkte schief stehen

Im Vierfarbdruck liegen vier Raster übereinander. Stünden alle im selben Winkel, würden ihre Gitter miteinander interferieren – es entstünden störende Muster, die man Moiré nennt.

Deshalb wird jede Farbe unter einem anderen Winkel gerastert. Die Punkte bilden dann eine sogenannte Rosette – ein kleines, unauffälliges Blütenmuster, das man unter einer Lupe sehen kann. Es ist das Erkennungszeichen jedes Offsetdrucks.

Vom Nebeneffekt zum Bildzeichen

Der Rasterpunkt war ursprünglich ein notwendiges Übel: klein genug, um zu verschwinden. In den 1960er Jahren drehte Roy Lichtenstein diese Logik um. Er vergrößerte die Punkte, bis sie unübersehbar wurden – aus dem technischen Artefakt wurde ein bewusst gesetztes Stilmittel.

Damit machte er das Herstellungsverfahren selbst zum Thema. Ein Comic ist gedruckt – und ein Gemälde, das so aussieht, spricht über Massenkultur, nicht über eine Szene.

Das heißt für dein Wandbild

Ein Giclée-Druck hat kein sichtbares Raster. Wenn du unter einer Lupe regelmäßige Punkte findest, hältst du einen Offsetdruck in der Hand – also einen Massendruck aus einer hohen Auflage.

Bei Motiven im Pop-Art-Stil ist das Raster dagegen Teil des Bildes und wird als Motiv mitgedruckt. Das ist kein Widerspruch – es ist der Unterschied zwischen einem Raster, das entsteht, und einem, das dargestellt wird.

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Häufige Fragen

Was ist Rasterung?

Ein Verfahren, das Halbtöne erzeugt, indem es Punkte unterschiedlicher Größe in einem regelmäßigen Gitter anordnet. Aus der Distanz verschmelzen sie zu einem Ton.

Warum haben Rasterpunkte verschiedene Winkel?

Weil vier übereinanderliegende Raster im selben Winkel Interferenzmuster erzeugen würden. Unterschiedliche Winkel verhindern dieses Moiré.

Hat ein Giclée-Druck ein Raster?

Nein. Die Tröpfchen sind so klein und unregelmäßig verteilt, dass kein sichtbares Raster entsteht. Ein regelmäßiges Punktmuster unter der Lupe verrät einen Offsetdruck.