Canvarisma Kunstlexikon

Glossar · Farbe & Bildtechnik

Dithering

Kurzdefinition

Beim Dithering werden gleich große Druckpunkte scheinbar zufällig verteilt, statt sie in einem regelmäßigen Gitter anzuordnen. Die Dichte der Punkte bestimmt den Tonwert. Weil kein regelmäßiges Gitter entsteht, kann auch kein Moiré auftreten – der entscheidende Vorteil.

Auf einen Blick
Prinzipgleich große Punkte, unterschiedliche Dichte
Anordnungscheinbar zufällig
Kein Gitteralso auch kein Moiré
Feinere Detailsals beim klassischen Raster
Typisch fürTintenstrahldruck
Auch genanntFM-Raster, stochastisches Raster
Nachteilaufwendiger zu berechnen

Dichte statt Größe

Das klassische Raster variiert die Punktgröße bei festem Abstand. Dithering macht das Gegenteil: Die Punkte bleiben gleich groß, aber ihre Anzahl pro Fläche verändert sich. Viele Punkte ergeben einen dunklen Ton, wenige einen hellen.

Weil sie nicht auf einem Gitter sitzen, gibt es keine Struktur, mit der eine andere Struktur interferieren könnte. Genau deshalb entsteht kein Moiré – weder zwischen den Farbauszügen noch mit feinen Mustern im Motiv.

Warum Tintenstrahler so arbeiten

Ein Tintenstrahldrucker kann Tröpfchen kaum in ihrer Größe variieren, aber sehr präzise platzieren. Für ihn ist Dithering also die naheliegende Methode – und der Grund, warum ein Giclée-Druck kein sichtbares Raster zeigt.

Der Preis ist Rechenaufwand. Die Verteilung der Punkte muss so berechnet werden, dass sie zufällig wirkt, ohne Klumpen oder Löcher zu bilden. Moderne Verfahren tun das so gut, dass das Ergebnis mit bloßem Auge völlig glatt erscheint.

Das heißt für dein Wandbild

Für dich ist Dithering der unsichtbare Grund, warum ein guter Kunstdruck weich und rasterfrei wirkt. Du wirst ihn nie bemerken – und genau das ist der Punkt.

Wenn du einen Druck kaufst und unter einer Lupe unregelmäßig verteilte, gleich große Tröpfchen siehst, ist es ein Tintenstrahldruck. Regelmäßige Punkte unterschiedlicher Größe verraten den Offsetdruck.

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Häufige Fragen

Was ist Dithering?

Ein Verfahren, das gleich große Druckpunkte scheinbar zufällig verteilt. Die Dichte der Punkte bestimmt den Tonwert – ein Gitter entsteht nicht.

Warum entsteht bei Dithering kein Moiré?

Weil kein regelmäßiges Gitter vorliegt. Moiré entsteht durch Interferenz zweier regelmäßiger Strukturen – ohne Gitter gibt es nichts, was interferieren könnte.

Nutzen Tintenstrahldrucker Dithering?

Ja. Sie können Tröpfchen präzise platzieren, aber kaum in der Größe variieren. Dithering ist deshalb das naheliegende Verfahren.