Canvarisma Kunstlexikon

Glossar · Druck & Material

Büttenpapier

Kurzdefinition

Büttenpapier wurde ursprünglich von Hand aus einer Bütte, einem Wasserbottich, geschöpft. Dabei entsteht ein unregelmäßiger, ausgefranster Rand. Hochwertiges Büttenpapier besteht aus Baumwollfasern, ist säurefrei und alterungsbeständig – und gilt als Standardträger für Fine-Art-Drucke und Originalgrafik.

Auf einen Blick
HerkunftBütte = Bottich der Handschöpferei
Fasernmeist 100 % Baumwolle
Merkmalunregelmäßiger Büttenrand
Grammatur typisch190–350 g/m²
Säurefreija, bei Fine-Art-Qualität
Oberflächematt, feine Struktur
Heutemeist maschinell mit imitiertem Rand

Warum der Rand ausgefranst ist

Beim Handschöpfen taucht der Papiermacher ein Sieb in die Bütte, in der die Fasern schwimmen. Beim Herausheben läuft das Wasser ab, und die Fasern bleiben als dünne Matte liegen. Am Rand verteilen sie sich unregelmäßig, weil dort nichts sie begrenzt – daraus entsteht der charakteristische Büttenrand.

Echtes handgeschöpftes Papier ist heute Sonderanfertigung. Was im Handel als Büttenpapier verkauft wird, ist fast immer maschinell hergestellt und bekommt den Rand nachträglich – entweder durch Reißen an einer Kante oder durch ein Wasserstrahlverfahren. Das ist keine Täuschung, solange es nicht als handgeschöpft ausgegeben wird.

Was es zu einem guten Träger macht

Der Rand ist Optik. Die Substanz sind die Fasern. Hochwertiges Büttenpapier besteht aus Baumwolle – aus langen, reinen Zellulosefasern ohne Lignin. Es vergilbt nicht, versprödet nicht und verträgt sich chemisch mit Pigmenttinte über Jahrzehnte.

Spezialisierte Papierhersteller bieten dafür ganze Serien an, die sich in Oberfläche, Weißgrad und Struktur unterscheiden: von glatt und hell für Fotografie bis rau und naturweiß für Grafik. Der Preis liegt deutlich über dem von beschichtetem Fotopapier – dafür überlebt der Druck es um Jahrzehnte.

Das heißt für dein Wandbild

Wenn du ein Bild mit Büttenrand kaufst, gehört der Rand ins Bild. Er will gezeigt werden, nicht unter einem Passepartout verschwinden. Üblich ist die schwebende Montage: Das Blatt wird auf einem Untergrund befestigt, sodass der Rand frei liegt und einen Schatten wirft.

Achte auf den Weißgrad. Naturweißes Papier hat einen leicht warmen Ton und kommt ohne optische Aufheller aus. Hochweißes Papier wirkt strahlender, enthält aber oft Aufheller, die über die Jahre nachlassen – das Papier verändert dann seinen Ton.

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Häufige Fragen

Was ist Büttenpapier?

Ursprünglich von Hand aus einem Wasserbottich geschöpftes Papier mit unregelmäßigem Rand. Heute meist maschinell hergestellt, mit nachträglich erzeugtem Büttenrand, aus säurefreien Baumwollfasern.

Ist Büttenpapier immer handgeschöpft?

Nein, nur selten. Der Begriff bezeichnet heute vor allem die Optik. Entscheidend für die Qualität sind Baumwollfasern und Säurefreiheit, nicht das Herstellungsverfahren.

Wie hängt man ein Bild mit Büttenrand?

Am besten schwebend montiert, sodass der Rand sichtbar bleibt und Schatten wirft. Ein Passepartout, das ihn verdeckt, nimmt dem Papier seinen Reiz.

Büttenpapier bei Canvarisma

Gedruckt und gespannt in Deutschland – auf Leinwand, Acrylglas oder Alu-Dibond.

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