Kunststile · Technik
Pastell
Kurzdefinition
Pastellkreide besteht aus reinem Pigment mit einem Minimum an Bindemittel. Weil kaum etwas zwischen Auge und Pigment steht, leuchten die Farben außergewöhnlich. Der Preis dafür ist extreme Empfindlichkeit: Die Farbe haftet nur locker und lässt sich mit einem Fingerstrich verwischen.
| Zusammensetzung | Pigment mit minimalem Bindemittel |
|---|---|
| Farbwirkung | außergewöhnlich leuchtend, samtig |
| Haftung | locker, nur mechanisch |
| Empfindlich | gegen Berührung und Erschütterung |
| Schutz | Fixativ, Glas, Abstandhalter |
| Fixativ | dämpft die Leuchtkraft |
| Trocknungszeit | keine |
Warum es so leuchtet
Bei jeder anderen Maltechnik ist das Pigment in ein Bindemittel eingebettet – Öl, Acryl, Gummi arabicum. Dieses Bindemittel liegt zwischen Licht und Pigment und dämpft die Farbe leicht.
Bei Pastell fehlt es fast völlig. Das Licht trifft direkt auf die Pigmentpartikel und wird von ihnen gestreut. Die Farbe wirkt dadurch samtig und außergewöhnlich intensiv – näher an reinem Pigment kommt keine Technik.
Das Dilemma des Fixativs
Ein Pastell haftet nur mechanisch am Papier. Es lässt sich abpusten, abwischen, durch Erschütterung lösen. Ein Fixativ soll das verhindern – es legt einen dünnen Film über das Pigment.
Genau dieser Film ist das Problem. Er wirkt wie das Bindemittel, das der Technik fehlt, und dämpft die Leuchtkraft. Viele Pastellmaler verzichten deshalb ganz darauf und schützen ihre Arbeiten stattdessen hinter Glas – mit einem Abstandhalter, damit das Pigment das Glas nicht berührt.
Das heißt für dein Wandbild
Ein Pastelldruck hat einen paradoxen Vorteil: Er ist all das nicht, was ein echtes Pastell ist. Er verwischt nicht, er staubt nicht, er verträgt einen Umzug.
Beim Material zählt die Mattheit. Die samtige, streuende Oberfläche ist der Kern der Wirkung – glänzendes Acrylglas wäre der genaue Gegensatz. Matte Leinwand oder Fine-Art-Papier treffen es.
Verwandte Einträge
-
Gemeinfrei
Edgar Degas
Edgar Degas (1834–1917) stellte mit den Impressionisten aus, lehnte die …
-
Glossar
Mattes und glänzendes Finish
Der Glanzgrad bestimmt, wie eine Oberfläche Licht zurückwirft. Glänzende …
-
Glossar
Museumsglas
Museumsglas ist ein hochwertig beschichtetes Bilderglas, das Reflexionen fast …
-
Glossar
Passepartout
Ein Passepartout ist ein Kartonrahmen mit ausgeschnittenem Fenster, der …
-
Glossar
Sättigung
Die Sättigung beschreibt, wie rein oder wie grau eine Farbe ist. Volle …
-
Stil
Gouache
Gouache ist eine wasserlösliche Farbe mit hoher Deckkraft. Anders als Aquarell …
Häufige Fragen
Warum leuchten Pastellfarben so?
Weil fast kein Bindemittel zwischen Licht und Pigment steht. Das Licht trifft direkt auf die Pigmentpartikel und wird von ihnen gestreut.
Warum sind Pastelle so empfindlich?
Weil die Farbe nur mechanisch haftet. Ein Fingerstrich, ein Luftzug oder eine Erschütterung kann sie lösen.
Warum benutzen manche Maler kein Fixativ?
Weil es die Leuchtkraft dämpft. Es wirkt wie das Bindemittel, das der Technik gerade fehlt.
Pastell bei Canvarisma
Gedruckt und gespannt in Deutschland – auf Leinwand, Acrylglas oder Alu-Dibond.