Canvarisma Kunstlexikon

Glossar · Farbe & Bildtechnik

Gradationskurve

Kurzdefinition

Die Gradationskurve ordnet jedem Helligkeitswert im Bild einen neuen Ausgangswert zu. Eine gerade Linie ändert nichts. Wird sie steiler, wächst der Kontrast; wird sie flacher, sinkt er. Sie ist das präziseste Werkzeug der Bildbearbeitung – und das riskanteste.

Auf einen Blick
PrinzipEingangswert wird auf Ausgangswert abgebildet
Gerade Liniekeine Änderung
Steilermehr Kontrast in diesem Bereich
Flacherweniger Kontrast
S-Kurvehebt Lichter, senkt Tiefen – klassischer Kontrastgriff
Risikosteile Kurven erzeugen Banding
Sicherin 16 Bit arbeiten

Die S-Kurve

Der häufigste Griff ist eine sanfte S-Form: Die dunklen Bereiche werden ein wenig dunkler, die hellen ein wenig heller, die Mitteltöne bleiben ungefähr, wo sie sind. Das Ergebnis ist mehr Kontrast, ohne dass das Bild kippt.

Der Effekt ist der eines Anhebens: Das Bild wirkt frischer, prägnanter, dreidimensionaler. Fast jedes Foto, das gedruckt werden soll, verträgt eine leichte S-Kurve – weil der Druck den Kontrast ohnehin etwas zusammendrückt.

Was steile Kurven anrichten

Wird ein Kurvenabschnitt sehr steil, werden die vorhandenen Helligkeitsstufen weit auseinandergezogen. Aber es entstehen dabei keine neuen – die Zwischenwerte, die man bräuchte, existieren nicht.

In einem sanften Verlauf, etwa einem Himmel, wird das sichtbar: Statt eines fließenden Übergangs entstehen Stufen. Genau deshalb sollte man in 16 Bit arbeiten, wo die Reserve an Zwischenstufen groß genug ist, um solche Eingriffe zu verkraften.

Das heißt für dein Wandbild

Wenn du ein eigenes Foto drucken lässt: Eine leichte S-Kurve vor dem Export ist fast immer eine Verbesserung. Der Druck dämpft den Kontrast, und die Kurve gleicht das im Voraus aus.

Übertreib es nicht. Ein Bild, das am Bildschirm knackig aussieht, ist im Druck oft schon zu hart – dunkle Bereiche laufen zu und verlieren Zeichnung. Weniger ist hier tatsächlich mehr.

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Häufige Fragen

Was macht eine Gradationskurve?

Sie ordnet jedem Helligkeitswert im Bild einen neuen Ausgangswert zu. Steilere Abschnitte erzeugen mehr Kontrast, flachere weniger.

Was ist eine S-Kurve?

Ein sanfter S-förmiger Verlauf: Tiefen werden dunkler, Lichter heller, Mitteltöne bleiben. Das erhöht den Kontrast, ohne das Bild kippen zu lassen.

Warum entsteht Banding durch Kurven?

Steile Kurven ziehen vorhandene Helligkeitsstufen auseinander, ohne neue zu schaffen. In Verläufen werden daraus sichtbare Stufen.