Glossar · Farbe & Bildtechnik
Gamma
Kurzdefinition
Gamma beschreibt die nichtlineare Beziehung zwischen dem gespeicherten Zahlenwert eines Pixels und der Helligkeit, die tatsächlich erscheint. Der Wert 128 ergibt nicht die halbe Helligkeit von 255, sondern deutlich weniger. Der übliche Gammawert für Bildschirme und sRGB liegt bei etwa 2,2.
| Typischer Wert | 2,2 |
|---|---|
| Bedeutet | Zahlenwert und Helligkeit verhalten sich nicht proportional |
| Grund | menschliche Wahrnehmung ist selbst nichtlinear |
| Vorteil | dunkle Töne bekommen mehr Stufen |
| In sRGB | fest definiert |
| Falsches Gamma | Bild wirkt zu hell oder zu dunkel |
| Sichtbar | als flauer oder abgesoffener Eindruck |
Warum nicht einfach linear
Das menschliche Auge nimmt Helligkeit nicht proportional wahr. Der Unterschied zwischen sehr dunkel und etwas weniger dunkel fällt uns viel stärker auf als der zwischen sehr hell und etwas weniger hell. Wir sind in den Schatten empfindlicher.
Würde man Helligkeit linear speichern, verschwendete man Stufen in den hellen Bereichen, wo wir sie kaum brauchen, und hätte zu wenige in den dunklen, wo wir sie dringend brauchen. Die Gamma-Kodierung verteilt die verfügbaren Stufen so, wie das Auge sie tatsächlich nutzt.
Wenn es schiefgeht
Wird ein Bild mit dem falschen Gamma interpretiert, kippt der gesamte Helligkeitseindruck. Zu niedriges Gamma lässt es ausgewaschen und flau wirken, zu hohes lässt die Tiefen absaufen.
In der Praxis passiert das selten, weil sRGB einen festen Gammawert vorschreibt und praktisch alles darauf ausgelegt ist. Auffällig wird es fast nur bei Bildern ohne Farbprofil oder beim Wechsel zwischen Systemen mit unterschiedlichen Voreinstellungen.
Das heißt für dein Wandbild
Für dich ist Gamma vor allem ein Grund, warum du Farben nicht am Handy beurteilen solltest. Displays sind auf hohe Helligkeit und starken Kontrast getrimmt – der Eindruck stimmt nicht mit einem kalibrierten Bildschirm überein, und mit dem Druck erst recht nicht.
Wenn dein Bild im Druck plötzlich dunkler wirkt als erwartet, liegt das meist nicht am Gamma, sondern am Tonwertumfang des Papiers. Ein etwas heller eingestelltes Bild vor dem Druck gleicht das aus.
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Häufige Fragen
Was bedeutet Gamma 2,2?
Der Zahlenwert eines Pixels verhält sich nicht proportional zur erscheinenden Helligkeit. Der Wert 128 ergibt deutlich weniger als die halbe Helligkeit von 255.
Warum wird Gamma überhaupt verwendet?
Weil das Auge Helligkeit nichtlinear wahrnimmt – in dunklen Bereichen empfindlicher. Die Gamma-Kodierung verteilt die verfügbaren Stufen entsprechend.
Woran erkenne ich ein falsches Gamma?
Das Bild wirkt entweder ausgewaschen und flau oder die Tiefen saufen ab. In der Praxis passiert das selten, weil sRGB den Wert festlegt.