Canvarisma Kunstlexikon

Kunststile · 1940er und 1950er Jahre

Abstrakter Expressionismus

Kurzdefinition

Der Abstrakte Expressionismus prägte die 1940er und 1950er Jahre in New York. Er verzichtete auf jede Gegenständlichkeit und setzte auf die unmittelbare Geste oder auf große, meditative Farbflächen. Die Bilder sind meist riesig – der Betrachter soll nicht davorstehen, sondern darin sein.

Auf einen Blick
Zeitraum1940er und 1950er Jahre
ZentrumNew York
Zweig 1Action Painting – Geste und Bewegung
Zweig 2Farbfeldmalerei – große ruhige Flächen
Formatmeist sehr groß
Anspruchunmittelbare Wirkung ohne Umweg über Bedeutung
RechtslageHauptvertreter geschützt

Zwei Wege

Beim Action Painting wird die Leinwand auf den Boden gelegt, und der Maler bewegt sich um sie herum, tropft, schleudert, gießt Farbe. Das fertige Bild ist die Aufzeichnung dieser Bewegung – nicht die Darstellung von etwas, sondern die Spur eines Vorgangs.

Die Farbfeldmalerei geht den entgegengesetzten Weg: keine Geste, keine Bewegung, sondern große, weiche, ineinander übergehende Farbflächen. Sie wirken nicht durch Handlung, sondern durch Präsenz – man steht davor, und irgendwann beginnt die Farbe zu atmen.

Warum die Bilder so groß sind

Beide Zweige teilen eine Voraussetzung: Das Bild muss das Blickfeld füllen. Ein Action Painting im Postkartenformat wäre ein Muster; erst in drei Metern Breite wird es zu einem Raum, den man betritt.

Und ein Farbfeld, das man mit einem Blick erfasst, ist eine Farbfläche. Eines, das größer ist als das Gesichtsfeld, wird zu einer Umgebung. Der Maler wollte, dass man nah herantritt – so nah, dass nichts anderes mehr zu sehen ist.

Das heißt für dein Wandbild

Abstrakte Motive in dieser Tradition brauchen Fläche. Ein Farbfeldbild in 40 × 30 Zentimetern ist eine Farbprobe, kein Bild. Ab 100 Zentimetern beginnt die Wirkung.

Und sie brauchen Wandabstand. Ein großes abstraktes Bild neben einem Regal, einer Lampe und drei weiteren Bildern kann nicht wirken – es braucht die Wand für sich.

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Häufige Fragen

Was ist Action Painting?

Eine Technik, bei der die Leinwand auf dem Boden liegt und der Maler Farbe tropft, schleudert oder gießt. Das Bild ist die Spur dieser Bewegung.

Was ist Farbfeldmalerei?

Große, weiche, ineinander übergehende Farbflächen ohne Geste. Sie wirken durch Präsenz statt durch Handlung.

Warum sind diese Bilder so groß?

Weil sie das Blickfeld füllen sollen. Der Betrachter soll nicht davorstehen, sondern darin sein.

Abstrakte Motive

Große Formate, freie Gesten – eigenständige abstrakte Arbeiten.

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