Canvarisma Kunstlexikon

Künstler · Claude Monet, ab 1897

Seerosen

Gemeinfrei · druckbar

Kurzdefinition

Monet malte über Jahrzehnte rund 250 Seerosenbilder in seinem Garten in Giverny. In den späten Fassungen gibt es keinen Horizont, kein Ufer und keinen Himmel – nur Wasserfläche, Spiegelung und Licht. Es ist Malerei, die sich der Abstraktion nähert.

Auf einen Blick
KünstlerClaude Monet
Zeitraumab 1897, bis zu seinem Tod
Anzahlrund 250 Bilder
Ortder eigene Garten in Giverny
Späte Fassungenriesig, ohne Horizont
Grauer Starbeeinflusste seine Farbwahl
Rechtslagegemeinfrei

Ein Bild ohne Oben und Unten

In den späten Seerosenbildern fehlt jede Orientierung. Es gibt kein Ufer, das den Raum begrenzt, keinen Himmel, der oben ist, keinen Horizont, der die Perspektive festlegt. Man sieht auf eine Fläche – und in ihr spiegelt sich, was über ihr ist.

Damit hebt Monet die Unterscheidung zwischen Gegenstand und Spiegelung auf. Was ist Wolke, was ist Wasser? Beides ist Farbe auf einer Fläche. Der Abstrakte Expressionismus wird sich fünfzig Jahre später ausdrücklich darauf berufen.

Die Augen des Malers

Ab etwa 1912 litt Monet zunehmend unter grauem Star. Die Linse trübt sich dabei ein und färbt sich gelblich – Blau- und Violetttöne werden schlechter wahrgenommen, Rot und Gelb dominieren.

Man sieht das den Bildern dieser Jahre an: Sie werden röter, trüber, wilder. Nach einer Operation 1923 konnte er wieder besser sehen – und überarbeitete einige Bilder. Es ist einer der wenigen Fälle, in denen sich der Zustand eines Auges direkt in der Kunstgeschichte niederschlägt.

Das heißt für dein Wandbild

Die Seerosen wollen groß sein. Die späten Fassungen sind mehrere Meter breit und waren dafür gedacht, ganze Räume zu umschließen. Ein Seerosenbild in 60 × 40 Zentimetern ist ein Ausschnitt aus einer Erfahrung.

Und sie brauchen strukturierte Leinwand. Monets Pinselauftrag ist dick und sichtbar – das Gewebe trägt ihn mit. Auf glattem Papier verschwindet er.

Rechtlich unbedenklich: Monet starb 1926. Seine Werke sind seit 1997 gemeinfrei und dürfen frei reproduziert werden.

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Häufige Fragen

Wie viele Seerosenbilder malte Monet?

Rund 250, über fast drei Jahrzehnte, alle in seinem Garten in Giverny.

Warum haben die Seerosen keinen Horizont?

Weil Monet die Unterscheidung zwischen Gegenstand und Spiegelung aufhebt. Was Wolke ist und was Wasser, lässt sich nicht mehr trennen.

Beeinflusste Monets Augenkrankheit seine Bilder?

Ja. Der graue Star trübte die Linse und färbte sie gelblich – die Bilder dieser Jahre werden röter und trüber.

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