Canvarisma Kunstlexikon

Glossar · Farbe & Bildtechnik

Weißabgleich

Kurzdefinition

Der Weißabgleich korrigiert den Farbstich, den jede Lichtquelle einem Bild aufprägt. Glühlicht ist orange, Schatten sind bläulich, Leuchtstoffröhren grünlich. Der Weißabgleich verschiebt die Farben so, dass Weiß wieder weiß erscheint – und alle anderen Farben stimmen dann mit.

Auf einen Blick
Korrigiertden Farbstich der Lichtquelle
Glühlichtwarm, orange
Schattenkühl, bläulich
Angabein Kelvin
In RAWverlustfrei nachträglich änderbar
In JPEGnur mit Qualitätsverlust korrigierbar
Kreativbewusst falsch für Stimmung

Warum das Auge es nicht merkt

Ein weißes Blatt Papier sieht unter einer Glühlampe für uns weiß aus – obwohl das reflektierte Licht deutlich orange ist. Das Gehirn rechnet den Farbstich automatisch heraus, weil es weiß, dass Papier weiß ist. Eine Kamera weiß das nicht.

Sie misst nur, was ankommt. Deshalb sehen Innenaufnahmen ohne Korrektur oft orange aus und Schneebilder bläulich. Der Weißabgleich holt nach, was unser Gehirn ständig unbewusst tut.

Der große Vorteil von RAW

In einer JPEG-Datei ist der Weißabgleich bereits fest in die Pixel eingerechnet. Man kann ihn nachträglich verschieben, aber es ist eine Korrektur einer Korrektur – Bildinformation geht dabei verloren.

Eine RAW-Datei speichert dagegen die rohen Sensordaten und den Weißabgleich nur als Notiz daneben. Ändert man ihn später, wird einfach anders gerechnet – ohne jeden Verlust. Das ist der stärkste Grund, in RAW zu fotografieren, wenn ein Bild gedruckt werden soll.

Das heißt für dein Wandbild

Wenn du ein eigenes Foto drucken lässt, prüf den Weißabgleich vorher. Ein Farbstich, der auf dem Handydisplay kaum auffällt, ist auf einer 120 Zentimeter breiten Leinwand nicht zu übersehen – und er lässt sich hinterher nicht mehr entfernen.

Ein einfacher Test: Suche im Bild eine Fläche, von der du weißt, dass sie neutral grau oder weiß ist – eine Hauswand, ein Blatt Papier, ein weißes Hemd. Wenn die einen Stich hat, hat das ganze Bild einen.

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Häufige Fragen

Was macht der Weißabgleich?

Er korrigiert den Farbstich, den die Lichtquelle dem Bild aufprägt. Weiß soll wieder weiß erscheinen – dann stimmen alle anderen Farben mit.

Warum sehe ich den Farbstich mit bloßem Auge nicht?

Weil das Gehirn ihn automatisch herausrechnet. Es weiß, dass Papier weiß ist. Eine Kamera misst nur, was tatsächlich ankommt.

Kann ich den Weißabgleich nachträglich ändern?

In RAW verlustfrei, weil die rohen Sensordaten erhalten bleiben. In JPEG nur mit Qualitätsverlust.