Glossar · Farbe & Bildtechnik
Softproof
Kurzdefinition
Ein Softproof simuliert auf einem kalibrierten Bildschirm, wie ein Bild auf einem bestimmten Papier gedruckt aussehen wird. Dazu wird das Papierprofil auf die Darstellung angewendet: Farben außerhalb des Druckgamuts werden gedämpft, das Papierweiß wird nachgebildet. Er ersetzt keinen echten Probedruck – kommt ihm aber nahe.
| Voraussetzung | kalibrierter Bildschirm |
|---|---|
| Braucht | das Profil von Drucker und Papier |
| Simuliert | Gamut-Beschränkung und Papierweiß |
| Zeigt | was verloren geht |
| Ersetzt nicht | den echten Probedruck |
| Grenze | Bildschirm leuchtet, Papier nicht |
| Kostenlos | in gängiger Bildbearbeitung enthalten |
Was er dir zeigt
Der Softproof macht zwei Dinge sichtbar. Erstens die Gamut-Beschränkung: Farben, die der Drucker nicht kann, werden auf das gedämpft, was er tatsächlich schafft. Ein leuchtendes Türkis wird sichtbar matter – und du siehst es, bevor der Druck läuft.
Zweitens das Papierweiß. Papier ist nie so hell wie ein leuchtender Bildschirm, und es ist selten neutral weiß – naturweißes Büttenpapier hat einen warmen Ton. Der Softproof bildet das nach, indem er die Bildschirmhelligkeit entsprechend zurücknimmt. Der erste Eindruck ist meistens ein Schreck. Er ist trotzdem ehrlich.
Wo er an Grenzen stößt
Ein Bildschirm leuchtet von hinten, ein Bild an der Wand wird von vorn beleuchtet. Diesen grundsätzlichen Unterschied kann keine Simulation aufheben. Ein gedrucktes Bild wirkt immer etwas ruhiger, egal wie gut der Softproof ist.
Und er hängt vollständig an der Kalibrierung. Auf einem unkalibrierten Bildschirm simuliert er einen Druck – auf Basis falscher Annahmen. Das Ergebnis ist dann schlechter als gar kein Softproof, weil es Sicherheit vortäuscht.
Das heißt für dein Wandbild
Wenn dir Farben wirklich wichtig sind – bei einem Bild, das du selbst fotografiert und bearbeitet hast –, lohnt der Softproof. Er kostet nichts und verhindert die häufigste Enttäuschung.
Und wenn eine Druckerei einen echten Probedruck anbietet: Nimm ihn bei großen, teuren Formaten. Ein Probedruck im Kleinformat auf demselben Papier kostet wenig und zeigt dir alles, was der Bildschirm nicht kann.
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Häufige Fragen
Was ist ein Softproof?
Eine Simulation am Bildschirm, die zeigt, wie ein Bild auf einem bestimmten Papier gedruckt aussehen wird – inklusive Gamut-Beschränkung und Papierweiß.
Ersetzt der Softproof einen Probedruck?
Nein. Ein Bildschirm leuchtet, Papier nicht. Bei großen, teuren Drucken lohnt sich ein echter Probedruck auf demselben Papier.
Brauche ich einen kalibrierten Monitor für den Softproof?
Unbedingt. Auf einem unkalibrierten Bildschirm simuliert er auf Basis falscher Annahmen – das ist schlechter als kein Softproof.