Canvarisma Kunstlexikon

Glossar · Wohnen & Raumwirkung

Kontrast

Kurzdefinition

Kontrast bezeichnet den Unterschied zwischen zwei Bildelementen. Johannes Itten unterschied am Bauhaus sieben Arten: Hell-Dunkel, Farbe-an-sich, Kalt-Warm, Komplementär, Simultan, Qualität und Quantität. Jede erzeugt eine andere Wirkung – und die meisten Bilder nutzen mehrere gleichzeitig.

Auf einen Blick
Hell-Dunkelder stärkste und grundlegendste
Farbe-an-sichreine, ungemischte Farben nebeneinander
Kalt-Warmwarme gegen kühle Töne
Komplementärgegenüberliegende Farben
Simultandas Auge erzeugt die Gegenfarbe
Qualitätgesättigt gegen gedämpft
Quantitätgroße gegen kleine Fläche

Warum Hell-Dunkel der wichtigste ist

Von allen Kontrasten trägt der Hell-Dunkel-Kontrast am weitesten. Er funktioniert auch dann noch, wenn alle Farbe verschwunden ist – deshalb sind gute Bilder auch in Graustufen noch gute Bilder.

Ein einfacher Test: Wandle ein Motiv in Schwarz-Weiß um. Wenn es dann zerfällt, weil alles dieselbe Helligkeit hat, verlässt es sich zu sehr auf Farbe. An der Wand wird es unter wechselndem Licht nie stabil wirken.

Der Quantitätskontrast

Der am meisten unterschätzte ist der Quantitätskontrast: das Verhältnis der Flächen. Eine kleine Fläche kräftiger Farbe in einem großen ruhigen Feld wirkt stärker als eine halb-halb-Aufteilung.

Genau darauf beruht die Wirkung einer Akzentfarbe. Nicht die Farbe selbst macht sie stark, sondern ihre Knappheit. Verdoppelt man die Fläche, halbiert man oft die Wirkung.

Das heißt für dein Wandbild

Prüf ein Bild, das du kaufen willst, im Graustufen-Test. Wenn es dort zusammenfällt, wird es an einer Wand mit wechselndem Tageslicht nie richtig funktionieren – morgens sieht es anders aus als abends.

Und beim Verhältnis zum Raum: Ein Bild braucht Kontrast zur Wand, sonst verschwindet es. Ein helles, zartes Bild auf einer weißen Wand ist eine Ansage, die niemand hört.

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Häufige Fragen

Welche Kontrastarten gibt es?

Johannes Itten unterschied sieben: Hell-Dunkel, Farbe-an-sich, Kalt-Warm, Komplementär, Simultan, Qualität und Quantität.

Welcher Kontrast ist der wichtigste?

Der Hell-Dunkel-Kontrast. Er funktioniert auch ohne Farbe – gute Bilder bleiben auch in Graustufen gut.

Was ist der Quantitätskontrast?

Das Verhältnis der Flächen. Eine kleine kräftige Fläche in einem großen ruhigen Feld wirkt stärker als eine Aufteilung zur Hälfte.