Canvarisma Kunstlexikon

Kunststile · etwa 1790 bis 1850

Romantik

Kurzdefinition

Die Romantik prägte die Zeit um 1800. Gegen die Vernunft der Aufklärung setzte sie Gefühl, Sehnsucht und Naturerfahrung. Die Landschaft wird vom Hintergrund zum Hauptdarsteller, der Mensch schrumpft – und blickt oft mit dem Rücken zum Betrachter in eine Weite hinaus.

Auf einen Blick
Zeitraumetwa 1790 bis 1850
Gegendie Vernunft der Aufklärung
FürGefühl, Sehnsucht, Natur
Bildmotivdie Rückenfigur
Zentralbegriffdas Erhabene
Landschaftnicht Kulisse, sondern Thema
Rechtslagegemeinfrei

Die Rückenfigur

Eine Gestalt steht am Bildrand oder in der Mitte, mit dem Rücken zu uns, und blickt in die Ferne. Wir sehen nicht ihr Gesicht – wir sehen, was sie sieht.

Der Effekt ist raffiniert: Die Figur ist kein Gegenüber, sondern ein Stellvertreter. Man tritt in sie hinein und übernimmt ihren Blick. Das Bild zeigt damit nicht eine Landschaft, sondern das Erleben einer Landschaft. Das war neu.

Das Erhabene

Die Romantik interessierte sich für eine Erfahrung, die es vorher in der Kunst kaum gab: das Gefühl, angesichts von etwas Übergroßem zugleich erschüttert und erhoben zu sein. Ein Gebirge, ein Sturm, ein endloses Meer.

Das Erhabene ist nicht schön im gefälligen Sinn. Es ist bedrohlich – und gerade deshalb überwältigend. Der Mensch ist darin klein, aber nicht verloren: Er kann es empfinden, und darin liegt seine Größe. Für eine Zeit, in der die Vernunft alles erklären wollte, war das eine Gegenbewegung.

Das heißt für dein Wandbild

Romantische Landschaften sind unter den beliebtesten Wandbildmotiven überhaupt – und das aus gutem Grund. Sie erzeugen Weite in einem geschlossenen Raum. Ein Nebelmeer über dem Sofa öffnet die Wand.

Sie funktionieren im großen Format am besten. Das Erhabene braucht Fläche – ein 40 × 30 Zentimeter kleines Gebirge ist ein Widerspruch in sich.

Verwandte Einträge

Häufige Fragen

Was kennzeichnet die romantische Malerei?

Die Landschaft wird zum Hauptdarsteller, der Mensch schrumpft. Gefühl, Sehnsucht und Naturerfahrung stehen gegen die Vernunft der Aufklärung.

Was ist eine Rückenfigur?

Eine Gestalt, die mit dem Rücken zum Betrachter in die Ferne blickt. Man sieht nicht sie, sondern was sie sieht – und übernimmt ihren Blick.

Was bedeutet das Erhabene?

Das Gefühl, angesichts von etwas Übergroßem zugleich erschüttert und erhoben zu sein. Nicht schön im gefälligen Sinn, sondern überwältigend.

Landschaften bei Canvarisma

Weite, Nebel, Gebirge – romantische Motive, die eine Wand öffnen.

Landschaften ansehen