Glossar · Format & Komposition
Goldener Schnitt
Kurzdefinition
Der Goldene Schnitt ist ein Teilungsverhältnis von etwa 1:1,618. Eine Strecke wird so geteilt, dass sich der kleinere Teil zum größeren verhält wie der größere zum Ganzen. Er gilt als besonders harmonisch – die Behauptung, große Kunstwerke folgten ihm bewusst, ist allerdings meist nicht belegbar.
| Verhältnis | etwa 1 : 1,618 |
|---|---|
| Formel | a : b = b : (a+b) |
| Symbol | Phi (φ) |
| Verwandt mit | Fibonacci-Folge |
| In der Natur | Blattstellungen, Schneckenhäuser |
| In der Kunst | bewusst eingesetzt seit der Renaissance |
| Vorsicht | viele Zuschreibungen sind nachträglich konstruiert |
Was die Zahl bedeutet
Teilt man eine Strecke so, dass sich der kleinere Abschnitt zum größeren genau so verhält wie der größere zur gesamten Strecke, entsteht der Goldene Schnitt. Das Verhältnis beträgt rund 1 zu 1,618 – eine irrationale Zahl, die sich nicht als Bruch schreiben lässt.
Verwandt ist sie mit der Fibonacci-Folge, in der jede Zahl die Summe der beiden vorherigen ist: 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21. Je weiter man geht, desto genauer nähert sich das Verhältnis zweier aufeinanderfolgender Zahlen dem Goldenen Schnitt an.
Wo die Legende beginnt
Dass Parthenon, Mona Lisa und die Cheops-Pyramide dem Goldenen Schnitt folgen, wird oft behauptet und selten belegt. Bei genauem Nachmessen stimmen die Proportionen meist nicht – oder nur, wenn man die Messpunkte passend wählt.
Nachweisbar ist der bewusste Einsatz seit der Renaissance, als das Verhältnis mathematisch beschrieben wurde. Und nachweisbar ist, dass es in der Natur vorkommt: in Blattstellungen, in Schneckenhäusern. Alles darüber hinaus gehört ins Reich der schönen Erzählung – was den Goldenen Schnitt nicht wertlos macht, aber weniger mystisch, als er oft dargestellt wird.
Das heißt für dein Wandbild
Als Gestaltungswerkzeug ist er trotzdem brauchbar. Wenn du entscheiden musst, wo in einem Raum ein Bild sitzen soll, oder wie du eine Gruppe aufteilst, liefert das Verhältnis eine Aufteilung, die selten falsch aussieht.
Praktisch näherst du dich ihm ohnehin schon: Die Zwei-Drittel-Regel für die Bildbreite über einem Möbelstück liegt bei etwa 0,67 – der Goldene Schnitt bei 0,618. Der Unterschied ist an der Wand nicht sichtbar.
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Das Seitenverhältnis beschreibt die Proportion von Breite zu Höhe, unabhängig …
Häufige Fragen
Was ist der Goldene Schnitt?
Ein Teilungsverhältnis von etwa 1:1,618. Der kleinere Teil verhält sich zum größeren wie der größere zum Ganzen.
Folgt die Mona Lisa dem Goldenen Schnitt?
Das wird oft behauptet, ist aber nicht belegt. Beim Nachmessen stimmen die Proportionen meist nur, wenn man die Messpunkte passend wählt.
Was hat der Goldene Schnitt mit Fibonacci zu tun?
Das Verhältnis zweier aufeinanderfolgender Fibonacci-Zahlen nähert sich mit wachsender Größe dem Goldenen Schnitt an.